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Fethiye – Mehr als nur Ölüdeniz

Fethiye an der lykischen Küste bietet weit mehr als Ölüdeniz: antike Felsengräber, eine Geisterstadt, traumhafte Bootstouren und kulinarische Highlights.

TTina
··8 Minuten Lesezeit
Fethiye – Mehr als nur Ölüdeniz

Wenn du an die türkische Küste denkst, kommen dir wahrscheinlich sofort Antalya oder Bodrum in den Sinn. Aber ich verrate dir etwas: Es gibt einen Ort, der mich bei meinem ersten Besuch komplett überrascht hat. Ein Ort, an dem sich antike Geschichte, atemberaubende Natur und echtes türkisches Leben so wunderbar vermischen, dass du am liebsten gar nicht mehr weg möchtest. Ich rede von Fethiye.

Klar, viele kennen Ölüdeniz mit seiner berühmten Blauen Lagune – und ja, die ist wirklich so traumhaft, wie alle sagen. Aber Fethiye selbst? Das wird von vielen Urlaubern einfach links liegen gelassen. Ein riesiger Fehler, wenn du mich fragst! Denn die Stadt und ihre Umgebung haben so viel mehr zu bieten, als du vielleicht denkst. Lass mich dich heute mitnehmen auf eine kleine Entdeckungsreise durch mein geliebtes Fethiye.

Die Lykischen Felsengräber – Geschichte zum Anfassen

Stell dir vor, du schlenderst durch die Gassen von Fethiye, schaust nach oben – und plötzlich ragen riesige, in den Felsen gehauene Gräber über dir auf. Die Lykischen Felsengräber sind für mich einer der beeindruckendsten Anblicke, die ich in der Türkei je erlebt habe. Und ich habe schon einiges gesehen!

Das berühmteste unter ihnen ist das Grab des Amyntas aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Die Fassade erinnert an einen griechischen Tempel und ist stolze 15 Meter hoch. Um dort hinzugelangen, musst du etwa 200 Steinstufen erklimmen – aber ich verspreche dir, die Aussicht über die Stadt und die Bucht von Fethiye ist jede einzelne Stufe wert. Besonders zum Sonnenuntergang ist es hier oben einfach magisch.

Der Eintritt kostet umgerechnet nur wenige Euro und die Gräber sind täglich von etwa 8:00 bis 17:30 Uhr zugänglich. Plane rund 45 bis 60 Minuten für den Besuch ein.

Kayaköy – Die Geisterstadt, die unter die Haut geht

Nur wenige Kilometer außerhalb von Fethiye liegt ein Ort, der mich wirklich tief berührt hat: Kayaköy, die Geisterstadt. Über 500 verlassene Steinhäuser stehen hier stumm in der Landschaft – ohne Dächer, ohne Bewohner, aber voller Geschichte.

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Kayaköy war einst ein blühendes griechisches Dorf, das im Zuge des Bevölkerungsaustauschs von 1923 zwischen Griechenland und der Türkei aufgegeben wurde. Heute ist es von der UNESCO als Dorf der Weltfreundschaft und des Friedens anerkannt. Wenn du durch die verlassenen Gassen wanderst, vorbei an den zwei erhaltenen griechisch-orthodoxen Kirchen, dann spürst du die Geschichte in jeder Mauer.

Vorab lass gesagt sein, dass du für Kayaköy bequeme Schuhe und genug Wasser einpacken solltest – es gibt hier wenig Schatten. Der Eintritt liegt bei umgerechnet etwa 3 Euro und du solltest dir mindestens 1,5 bis 2 Stunden Zeit nehmen. Von Fethiye aus erreichst du Kayaköy ganz einfach mit dem Dolmuş oder per Taxi.

Kelebekler Vadisi – Das Tal der Schmetterlinge

Das Schmetterlingstal ist einer dieser Orte, die so schön sind, dass du denkst, sie können nur in einem Film existieren. Eingerahmt von dramatischen Felsklippen, mit einem kleinen Sandstrand, versteckten Wasserfällen und über 80 verschiedenen Schmetterlingsarten – das Kelebekler Vadisi ist seit 1995 ein Naturschutzgebiet und ein absolutes Muss.

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Das Besondere: Du erreichst das Tal nur per Boot von Ölüdeniz aus. Die Überfahrt dauert etwa 30 Minuten und kostet rund 3 bis 5 Euro pro Strecke. In der Hauptsaison fahren regelmäßig Boote hin und zurück. Die beste Zeit, um die namensgebenden Tigerschmetterlinge zu sehen, ist zwischen Juni und Oktober.

Am Strand gibt es ein einfaches Restaurant, wo du dir etwas zu essen und zu trinken bestellen kannst. Mein Tipp: Genieße einfach die Ruhe und die unberührte Natur – hier ticken die Uhren langsamer.

Die 12-Inseln-Bootstour – Ein Tag auf dem Meer

Wenn es eine Sache gibt, die du in Fethiye auf keinen Fall verpassen darfst, dann ist es die legendäre 12-Inseln-Bootstour. Das ist nicht nur eine Bootsfahrt, es ist ein ganzes Tageserlebnis auf dem türkisblauen Mittelmeer.

Du startest morgens vom Hafen in Fethiye und fährst den ganzen Tag verschiedene Inseln und Buchten an. Zwischendurch wird gebadet, geschnorchelt und es gibt ein leckeres BBQ-Mittagessen an Bord. Für rund 25 bis 30 Euro pro Person bekommst du einen unvergesslichen Tag auf dem Wasser – inklusive Mittagessen und oft sogar Hoteltransfer. Kinder zwischen 3 und 6 Jahren zahlen die Hälfte, unter 3 ist es kostenlos.

Am besten buchst du die Tour in der Hochsaison ein paar Tage im Voraus. Es gibt mehrere Anbieter direkt am Hafen.

Paspatur – Fethiyes charmante Altstadt

Ein Bummel durch die Altstadt von Fethiye, auch Paspatur genannt, gehört für mich einfach dazu. Hier findest du verwinkelte Gassen mit kleinen Läden, in denen Gewürze, handgefertigter Schmuck, Lederwaren und bunte Keramik angeboten werden. Das ist nicht nur ein Ort zum Einkaufen – sondern zum Eintauchen in das echte Fethiye.

Der Eintritt ist natürlich kostenlos und du kannst den Basar wunderbar am Abend besuchen, wenn die Temperaturen angenehmer sind und die Stadt richtig zum Leben erwacht. Von hier aus sind es auch nur wenige Gehminuten zum Hafen und zur Uferpromenade, wo du den Abend bei einem Çay oder frischen Fisch ausklingen lassen kannst.

Tlos – Die antike Stadt in den Bergen

Etwa eine Stunde von Fethiye entfernt, am Fuße des Taurusgebirges, liegt eine der ältesten und bedeutendsten lykischen Städte: Tlos. Über 4.000 Jahre Geschichte schlummern hier zwischen den Ruinen – von der Zitadelle über die Agora bis hin zu einem Amphitheater und lykischen Felsengräbern.

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Tlos wird mit der Sage von Bellerophon und Pegasus in Verbindung gebracht und hat mich durch seine Abgeschiedenheit besonders fasziniert. Hier bist du weit weg von den Touristenmassen und kannst in Ruhe auf Entdeckungstour gehen. Wichtig: Es gibt kaum Schatten auf dem Gelände, also unbedingt Wasser, Sonnencreme und einen Hut einpacken!

Tlos lässt sich übrigens perfekt mit einem Besuch der Saklıkent-Schlucht verbinden – viele Veranstalter bieten beide Ziele als Tagesausflug an.

Çalış Beach – Der ruhige Strand für Genießer

Während alle nach Ölüdeniz rennen, gibt es nur etwa 5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt einen wunderschönen Strand, der deutlich ruhiger ist: Çalış Beach. Der lange Kieselstrand ist besonders bei Familien beliebt, denn das Wasser ist ruhig und flach – perfekt für Kinder.

Was Çalış aber wirklich besonders macht, sind die Sonnenuntergänge. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich hier einige der schönsten Sonnenuntergänge meines Lebens gesehen habe. Die Sonne versinkt direkt über der Bucht und taucht alles in warmes, goldenes Licht. Entlang der Strandpromenade reihen sich Restaurants und Cafés aneinander, in denen du dabei gemütlich einen Drink genießen kannst.

Du erreichst Çalış mit dem Dolmuş oder – mein persönlicher Tipp – mit dem Wassertaxi vom Hafen in Fethiye. Die kleine Bootsfahrt über die Bucht ist schon ein Erlebnis für sich.

Fethiyes Fischmarkt – Ein kulinarisches Erlebnis

Eines meiner absoluten Highlights in Fethiye ist der Fischmarkt, der Balık Hali. Hier funktioniert alles ein bisschen anders als gewohnt – und genau das macht es so besonders. Du gehst zuerst durch die Fischhalle und suchst dir deinen frischen Fisch aus. Ob Wolfsbarsch, Dorade, gegrillter Oktopus oder Garnelen – die Auswahl ist riesig.

Und dann kommt der Clou: Du bringst deinen Fisch einfach zu einem der umliegenden Restaurants und die bereiten ihn dir gegen eine kleine Gebühr frisch zu. Dazu bekommst du Meze, Salat und frisches Brot. Das ist nicht nur unglaublich lecker, sondern auch noch günstig. Dazu ein Glas Rakı – und der Abend ist perfekt.

Neben Fisch solltest du in Fethiye unbedingt auch Gözleme (gefüllte Fladenbrote), frische Börek und natürlich ein ausgiebiges türkisches Frühstück probieren.

Anreise und beste Reisezeit

Fethiye erreichst du am besten über den Flughafen Dalaman, der nur etwa 45 Minuten entfernt liegt. Von dort gibt es Shuttlebusse, Taxis und private Transfers. Ein Taxi kostet rund 50 bis 60 Euro für das gesamte Fahrzeug, ein privater Transfer liegt bei etwa 40 bis 55 Euro. Wer flexibel sein möchte und die Umgebung erkunden will, dem empfehle ich einen Mietwagen – besonders für Ausflüge nach Tlos oder Kayaköy ist das Gold wert.

Von Deutschland aus fliegen in der Saison (April bis Oktober) Airlines wie Condor, Corendon und SunExpress direkt nach Dalaman. Außerhalb der Saison kommst du über Istanbul mit Turkish Airlines hin. Schau dir auch meinen Beitrag zu günstigen Flügen in die Türkei an – da findest du viele Spartipps.

Die beste Reisezeit für Fethiye ist von Mai bis Oktober. Mein persönlicher Tipp: Komm im Mai, Juni oder September. Dann ist es angenehm warm, das Meer hat Badetemperatur und du hast deutlich weniger Trubel als in der Hochsaison im Juli und August.

Mein Fazit zu Fethiye

Fethiye ist für mich einer dieser Orte in der Türkei, die alles vereinen: atemberaubende Natur, jahrtausendealte Geschichte, herzliche Menschen und eine Küche, die süchtig macht. Ob du morgens durch die Altstadt schlenderst, mittags auf einer Bootstour die Inseln erkundest und abends bei frischem Fisch am Hafen sitzt – hier stimmt einfach alles.

Wenn du das nächste Mal über einen Türkei-Urlaub nachdenkst, dann schau nicht nur nach Ölüdeniz, sondern nimm dir unbedingt auch Zeit für Fethiye selbst. Du wirst es nicht bereuen – versprochen!

Wenn du noch mehr Inspiration für die lykische Küste suchst, dann schau dir auch meine Beiträge über Kaş und Patara an.

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Geschrieben von

Tina

Gründerin von Geheimtipp Türkei. Ich teile meine Liebe zur Türkei, meine Erfahrungen und hilfreiche Reisetipps für deinen perfekten Türkeiurlaub.

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