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Trinkgeld in der Türkei: Wann, wem und wie viel?

Wie viel Trinkgeld gibt man in der Türkei? Meine Tipps für Restaurant, Hotel, Taxi und Hamam – mit aktuellen Beträgen in Lira und Euro.

TTina
··8 Minuten Lesezeit

Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Restaurantbesuch in Side, kurz nachdem ich in die Türkei gezogen war. Das Essen war fantastisch, die Atmosphäre einmalig – und dann kam die Rechnung. Ich saß da, schaute meinen Mann an und flüsterte: "Und jetzt? Wie viel Trinkgeld lässt man hier?" Er schmunzelte nur und meinte: "Bahşiş gehört hier dazu wie das Brot zum Essen." Tja, da hatte er nicht unrecht.

In meinen über 4 Jahren in der Türkei habe ich so einiges über die türkische Trinkgeldkultur gelernt – manchmal durch Erfahrung, manchmal durch kleine Fettnäpfchen. Damit du es einfacher hast als ich damals, nehme ich dich heute mit durch den kompletten Trinkgeld-Guide für deinen Türkei-Urlaub. Ich verrate dir, wem du wie viel gibst, wo du dir das Trinkgeld sparen kannst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.

Was bedeutet Bahşiş? Trinkgeld in der türkischen Kultur

Trinkgeld heißt auf Türkisch Bahşiş (gesprochen: Bach-schisch) und hat in der Türkei einen ganz anderen Stellenwert als bei uns in Deutschland. Während wir Trinkgeld eher als nette Geste betrachten, ist es in der Türkei fest in der Kultur verankert. Es gehört zu den ungeschriebenen türkischen Benimmregeln, die jeder Urlauber kennen sollte.

Der Hintergrund ist einfach: In vielen Dienstleistungsbereichen sind die Grundlöhne in der Türkei vergleichsweise niedrig. Das Servicepersonal ist daher oft auf Trinkgelder angewiesen, um über die Runden zu kommen. Bahşiş ist also nicht nur eine Frage der Höflichkeit – es ist ein echter Beitrag zum Lebensunterhalt der Menschen, die dich bedienen.

Grundsätzlich gilt: In der Türkei wird Trinkgeld eher erwartet als in Deutschland. Gar kein Trinkgeld zu geben, wenn du bedient wurdest, kann als unhöflich empfunden werden. Aber keine Sorge – die Beträge sind meist überschaubar und du musst kein Vermögen ausgeben.

Trinkgeld im Restaurant und Café

Im Restaurant ist Trinkgeld in der Türkei am selbstverständlichsten. Die Faustregel ist einfach: 10 Prozent der Rechnung sind der Standard. In gehobenen Restaurants darfst du auch gerne 15 Prozent geben, in einfachen Lokalen reichen 5 bis 10 Prozent.

Ein paar praktische Tipps aus meiner Erfahrung:

  • Lass das Trinkgeld diskret auf dem Tisch oder dem Rechnungsteller liegen, wenn du gehst
  • In manchen Restaurants steht auf der Rechnung bereits "servis dahil" (Service inklusive) – dann ist das Trinkgeld schon eingerechnet, ein kleiner Aufschlag ist aber trotzdem nett
  • Im Café reicht es, den Betrag aufzurunden oder etwa 10 Prozent draufzulegen

Was mich am Anfang überrascht hat: In der Türkei gibt man das Trinkgeld fast immer in bar – auch wenn man mit Karte zahlt. Dazu gleich mehr.

Trinkgeld im Hotel – auch bei All-Inclusive

"Aber ich habe doch All-Inclusive gebucht – muss ich da wirklich noch Trinkgeld geben?" Diese Frage höre ich ständig. Die Antwort ist: Ja, auf jeden Fall! Gerade in All-Inclusive-Hotels arbeitet eine riesige Mannschaft dafür, dass du einen sorgenfreien Urlaub hast. Ein kleines Trinkgeld ist da eine schöne Anerkennung.

Hier eine Übersicht, wem du wie viel gibst:

  • Zimmermädchen: 50 bis 100 TL pro Tag (ca. 1-2 Euro). Am besten täglich auf dem Kopfkissen hinterlegen, denn oft wechseln die Schichten
  • Kofferträger: 50 bis 100 TL pro Gepäckstück (ca. 1-2 Euro)
  • Barkeeper: 50 bis 100 TL bei besonderen Cocktailwünschen
  • Restaurantpersonal: Auch beim Buffet darfst du dem Kellner, der dir Getränke bringt, eine Kleinigkeit dalassen

Viele Hotels haben auch eine Trinkgeldbox am Ausgang des Speisesaals – das Geld daraus wird unter dem gesamten Personal aufgeteilt. Wenn du dir unsicher bist, wem du direkt etwas geben sollst, ist die Box eine gute Option.

Planst du noch deinen Hotelurlaub? Dann schau dir meine Empfehlungen für die besten Hotels in Side oder die Luxushotels in Belek an.

Trinkgeld im Taxi

Im Taxi ist die Sache unkompliziert: Runde den Fahrpreis einfach auf. Zeigt das Taxameter zum Beispiel 180 TL an, gibst du 200 TL. Bei längeren Fahrten oder wenn der Fahrer dir mit dem Gepäck hilft, darfst du gerne etwas großzügiger sein – etwa 50 bis 100 TL extra pro Gepäckstück.

Beim Flughafentransfer zum Hotel ist es ähnlich: 50 bis 100 TL für den Fahrer beim Aussteigen, besonders wenn er beim Gepäck mitanpackt.

Trinkgeld im Hamam und Spa

Ein Besuch im türkischen Hamam gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen in der Türkei. Und hier wird Trinkgeld definitiv erwartet – das Personal, das dich wäscht und massiert (der sogenannte Tellak oder Natır), sieht Bahşiş als wichtigen Teil der Vergütung.

Die Faustregel im Hamam: 15 bis 20 Prozent des Behandlungspreises oder mindestens 100 bis 200 TL. Bei Spa-Behandlungen und Massagen im Hotel sind 10 bis 15 Prozent üblich.

Mein Tipp: Hab das Trinkgeld im Hamam schon vorbereitet in einer kleinen Tasche dabei, denn nach der Behandlung bist du so entspannt, dass du bestimmt nicht mehr ans Portemonnaie denken willst.

Trinkgeld für Reiseleiter und Busfahrer

Du buchst einen Tagesausflug – vielleicht eine Bootstour oder einen Ausflug zu historischen Stätten? Dann solltest du Trinkgeld für Reiseleiter und Busfahrer einplanen:

  • Reiseleiter: 100 bis 250 TL pro Person (ca. 2-5 Euro)
  • Busfahrer: 50 bis 100 TL pro Person (ca. 1-2 Euro)

In vielen Reisebussen steht ein kleines Körbchen vorne, in das du Geld legen kannst. Wichtig: Busfahrer und Reiseleiter bekommen getrennte Trinkgelder. Wenn du größeren Ausflügen mit Gruppen teilnimmst, wird oft am Ende gesammelt und ein Umschlag übergeben.

Trinkgeld beim Friseur

Der Friseurbesuch in der Türkei ist ein Erlebnis für sich – oft bekommst du zum Haarschnitt noch einen Tee serviert. Trinkgeld von 10 bis 15 Prozent ist hier die Norm. Bei einem Haarschnitt für etwa 300 bis 500 TL wären das also mindestens 50 TL Bahşiş.

Wo du kein Trinkgeld geben musst

Es gibt tatsächlich ein paar Ausnahmen, bei denen in der Türkei kein Trinkgeld erwartet wird:

  • Im Dolmuş: Im Sammeltaxi mit festen Routen und Preisen gibt man kein Trinkgeld – das wäre sogar eher ungewöhnlich
  • Auf dem Basar: Beim Einkaufen in der Türkei und Feilschen auf dem Markt ist Trinkgeld nicht üblich. Hier wird verhandelt, nicht getippt
  • In Geschäften: Im Supermarkt oder in Bekleidungsgeschäften ist kein Trinkgeld nötig
  • Bei Behörden: Selbstverständlich kein Trinkgeld bei offiziellen Stellen

Lira, Euro oder Kreditkarte?

Die wichtigste Frage zum Schluss der praktischen Tipps: In welcher Währung gibst du Trinkgeld?

Türkische Lira wird bevorzugt. Das Personal kann Lira direkt verwenden, ohne Umtauschgebühren zahlen zu müssen. Am besten hast du immer ein paar kleine Scheine dabei – 10, 20 und 50 TL Scheine sind ideal für Trinkgeld.

Trotzdem: Euro werden in Touristengebieten akzeptiert. In Antalya, Side, Bodrum und Co. nimmt so gut wie jeder auch Euro an. Wenn du keine Lira zur Hand hast, ist das also kein Problem.

Was Kartenzahlung angeht: Trinkgeld wird in der Türkei fast ausschließlich bar gegeben. An den meisten Kartenlesegeräten gibt es keine Trinkgeld-Option. Mein Rat: Auch wenn du alles mit Karte zahlst, hab immer etwas Bargeld für Bahşiş dabei. Alles rund ums Thema Geld findest du übrigens auch in meinem Beitrag Geld in die Türkei überweisen.

Zum aktuellen Wechselkurs: Stand Anfang 2026 liegt der Kurs bei etwa 1 Euro = 50 bis 52 TL. Das bedeutet, dass du mit wenigen Euro großzügiges Trinkgeld geben kannst.

Trinkgeld-Budget für deinen Türkei-Urlaub

Damit du besser planen kannst, habe ich dir eine kleine Beispielrechnung für einen typischen 7-Tage-Urlaub im All-Inclusive-Hotel zusammengestellt:

  • Zimmermädchen (7 Tage x 50-100 TL): 350-700 TL (ca. 7-14 Euro)
  • Kofferträger (An- und Abreise): 200-400 TL (ca. 4-8 Euro)
  • 2 Restaurantbesuche außerhalb: 100-200 TL (ca. 2-4 Euro)
  • 1 Tagesausflug (Reiseleiter + Fahrer): 150-350 TL (ca. 3-7 Euro)
  • 1 Hamam-Besuch: 100-200 TL (ca. 2-4 Euro)
  • Taxifahrten und Kleinigkeiten: 100-200 TL (ca. 2-4 Euro)

Gesamt: ca. 1.000 bis 2.000 TL (etwa 20 bis 40 Euro) für die gesamte Woche. Du siehst – es hält sich wirklich in Grenzen und macht für das Servicepersonal einen großen Unterschied.

Meine Tipps: Fettnäpfchen vermeiden

Zum Schluss noch ein paar persönliche Tipps aus meiner Erfahrung, damit du in keine Trinkgeld-Falle tappst:

  • Münzen statt Scheine? In der Türkei gelten Münzen als Trinkgeld eher als unfreundlich. Versuche, kleine Scheine zu geben
  • Nicht vor allen Augen: Trinkgeld wird diskret überreicht – nicht theatralisch vor der ganzen Gruppe
  • Ein freundliches Wort dazu: Ein "Teşekkürler" (Danke) zum Trinkgeld macht viel aus. Mehr nützliche Ausdrücke findest du in meinem Beitrag Türkische Sprüche für Anfänger
  • Nicht übertreiben: Zu viel Trinkgeld kann genauso unangenehm sein wie zu wenig – es kann als herablassend empfunden werden. Halte dich an die genannten Richtwerte
  • In Touristenorten vs. abseits: In Touristenhochburgen wie Antalya oder Side wird tendenziell mehr Trinkgeld erwartet als in weniger touristischen Gebieten

Fazit

Trinkgeld in der Türkei ist kein Hexenwerk – wenn du die Grundregeln kennst, kann eigentlich nichts schiefgehen. Halte ein paar kleine Lira-Scheine bereit, gib im Restaurant 10 Prozent, vergiss das Zimmermädchen nicht und überreiche Bahşiş immer mit einem freundlichen Lächeln. Du wirst merken: Die Freude, die du damit auslöst, ist jedes Mal unbezahlbar.

Planst du gerade deinen Türkei-Urlaub? Dann schau dir auch meine Tipps zur Türkei Pauschalreise an – dort findest du alles Wichtige für deine Reiseplanung.

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Geschrieben von

Tina

Gründerin von Geheimtipp Türkei. Ich teile meine Liebe zur Türkei, meine Erfahrungen und hilfreiche Reisetipps für deinen perfekten Türkeiurlaub.

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