Kennst du das, wenn du bei jemandem zu Gast bist und nach dem Essen ein Stück Kuchen serviert bekommst, das so saftig ist, dass du sofort nach dem Rezept fragst? Genau so ist es mir mit Revani ergangen. Bei meiner Schwiegerfamilie in Izmir gehört dieser Grießkuchen einfach dazu, besonders während des Ramadan steht er fast täglich auf dem Tisch.
Was mich anfangs überrascht hat: In der türkischen Küche wird Kuchen oft mit Öl statt mit Butter gebacken. Klingt erstmal ungewöhnlich, aber genau das macht Revani so besonders saftig. Zusammen mit dem Joghurt im Teig und dem Zuckersirup, der nach dem Backen darüber gegossen wird, entsteht ein Kuchen, der tagelang feucht und aromatisch bleibt.
Was ist Revani?
Revani gehört zur Kategorie der Şerbetli Tatlılar, der Sirupdesserts, die in der türkischen Küche eine ganz eigene und wichtige Stellung haben. Der Kuchen stammt aus der osmanischen Palastküche und hat sich über die Jahrhunderte im gesamten Balkan und Nahen Osten verbreitet. In Griechenland kennt man ihn als Ravani, in arabischen Ländern als Basbousa oder Namoura.
Woher der Name kommt, ist nicht ganz geklärt. Eine Theorie besagt, dass er nach der Eroberung der Stadt Revan (heute Jerewan in Armenien) durch Sultan Murad III. im Jahr 1583 benannt wurde. Andere vermuten einen Zusammenhang mit dem osmanischen Dichter Revani aus dem 15. Jahrhundert. Fest steht: Revani ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der türkischen Küche und wird zu besonderen Anlässen genauso gerne serviert wie im Alltag.
Welcher Grieß für Revani?
Für ein authentisches Revani verwendest du feinen Weichweizengrieß. Hartweizengrieß funktioniert zwar auch, ergibt aber eine etwas körnigere Textur. In türkischen Supermärkten findest du den passenden Grieß oft unter dem Namen "ince irmik" (feiner Grieß). Normaler Weichweizengrieß aus dem deutschen Supermarkt funktioniert genauso gut.
Wie macht man türkischen Grießkuchen?
Das Geheimnis eines perfekten Revani liegt in einem einfachen Prinzip: kalter Sirup auf heißen Kuchen. Wenn Sirup und Kuchen die gleiche Temperatur haben, wird das Ergebnis matschig. Deshalb kochst du den Sirup zuerst und lässt ihn abkühlen, während der Kuchen im Ofen backt. Direkt nach dem Backen schneidest du den heißen Kuchen in Rauten und gießt den kalten Sirup darüber. So saugt der Kuchen den Sirup gleichmäßig auf.
Wenn du Lust auf weitere türkische Desserts hast, probier auch mal Kuru Fasulye als deftigen Hauptgang davor. Und falls du ein ganzes türkisches Menü planst, findest du in meinem Beitrag über die türkische Küche jede Menge Inspiration.